Blog - Uni-Botschafterin (AUB)

Erzählungen eines "Storches"

 

https://www.andrassyuni.eu/nachrichten/erzahlungen-eines-storches.html

 

Als "Störche" werden in Ungarn die Erstsemestler bezeichnet. Unsere Uni-Botschafterin Fatime Páll über den etwas anderen Studienbeginn in diesem Semester an der AUB.

 

Mein letztes Studium liegt schon einige Jahre zurück. Ich habe es immer geliebt, zur Schule zu gehen und freute mich auf die Jahreseröffnungen: meine Freunde wiederzusehen, Geschichten über meine Sommerabenteuer zu erzählen und viele neue Dinge zu entdecken und zu lernen.

Ich erinnere mich, wie ich im Auto meines Bruders saß, als die SMS vom elektronischen Aufnahmesystem eintraf, dass ich die Punkte erreicht habe und damit mein Masterstudium beginnen darf. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

Dieses Jahr war es ein bisschen ungewöhnlich wegen der Corona-bedingten Unannehmlichkeiten und Einschränkungen. Ich wusste, dass dieses erste Semester etwas anders sein wird als die anderen, weil wir mit digitalem Unterricht beginnen. Anfangs war ich ein bisschen traurig, weil ich wirklich gerne Budapest neu erleben wollte, leckere ungarische Speisen essen wollte, meine Familie an den Wochenenden besuchen wollte und – mir Sorgen machen wollte, ob ich das Pendeln zwischen Köln und Budapest schaffe. Aber dann wurde mir klar, dass wir in einer modernen digitalen Welt leben und Online-Bildung auch viele Vorteile bietet. Und so habe ich mit großer Aufregung an der Online-Einführungswoche der sogenannten „Störche“ (in Ungarn werden so die Erstsemester bezeichnet) zwischen dem 7. und 11. September teilgenommen.

Die Woche begann mit einem Einführungstutorium von Zsuzsanna Pletenyik. Hier hatten wir die Gelegenheit, uns im Fachbereich Kulturdiplomatie kennenzulernen und uns vorzustellen. Ich war ein wenig aufgeregt darüber, wie die anderen wohl sein würden, aber die Aufregung ging bald vorbei, da alle sehr nett und offen waren. Frau Pletenyik stellte uns alle möglichen Informationen zur Verfügung, um uns bei der Nutzung des ETN-Programms zu helfen. Darüber hinaus erhielten wir Informationen über die Kredittransformation und Stipendienmöglichkeiten.

Am Dienstag wurde von Eszter Meillinger die Bibliothek vorgestellt. Die neuen technischen Herausforderungen sind nicht nur für uns Studenten, sondern auch für einige Mitarbeiter neu. Obwohl Frau Meillinger aufgeregt war, hinderte sie das nicht daran, uns alle möglichen nützlichen Informationen in einem freundlichen Stil weiterzugeben, das machte sie sehr sympathisch. Wir erfuhren, dass die Bibliothek zurzeit ca. 27.000 Bücher, dazugehörige Datenbanken, Fachzeitschriften und Tageszeitungen besitzt. Und was sehr gut ist, dass die meisten Bücher und Informationsmaterialien über das Internet gelesen und mit Hilfe eines VPN-Zugangs heruntergeladen werden können. Auf diese Weise können wir online auf alle Materialien zugreifen.

Am Mittwoch warteten zwei weitere Programme auf die Störche. Am frühen Nachmittag konnten wir an einem Orientierungstutorium teilnehmen, in dem Dr. Gabriella Dobrin einen Vortrag über den administrativen Verlauf des Studiums hielt. Nach einer längeren Pause stellte sich die Studierendenschaft (auf Ungarisch: „HÖK“), geleitet von Czene Gabriella und Hans-Martin Behrisch, vor. Während des Abend-Meetings lernten wir zum Beispiel die Mentoren kennen, die für unsere Fragen zur Verfügung stehen und erhielten einige Informationen über die Programme, die im September noch auf uns warten, wie zum Beispiel eine virtuelle Führung durch die Uni oder Speed-Dating.

Am Donnerstag hatten wir erneut die Gelegenheit, an einer Bibliotheksführung teilzunehmen und am Abend fand das Speed-Dating statt. Das Speed-Dating wurde von der Studierendenschaft (HÖK) organisiert. Wir wurden in Kleingruppen aufgeteilt und hatten die Möglichkeit, unsere Mentoren und Kameradinnen und Kameraden kennenzulernen. Die Unterhaltung begann etwas zögerlich, doch schließlich war ein Lächeln auf die Gesichter gezaubert. 

Am Freitag um 11 Uhr wurde die ungarische Nationalhymne gespielt, die die offizielle Eröffnung des Schuljahres symbolisierte. Ich lauschte den darauffolgenden Reden mit Freude. Und obwohl der atemberaubende Spiegelsaal, den ich bis jetzt nur online kenne, leer war, hatte die Zeremonie doch eine magische Wirkung auf mich. Egal ob online oder als Präsenzveranstaltung, ich bin stolz darauf, mein Studium hier beginnen zu dürfen.

Und ja, es ist eine besondere Situation, aber versuchen wir, das Beste daraus zu machen!

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Mein Name ist Fatime Páll, ich bin gebürtige Ungarin und wohne seit zehn Jahren in Köln, Deutschland. Im September 2020 begann ich mein Masterstudium im Fach Mitteleuropäische Studien - Kulturdiplomatie an der Andrássy Universität Budapest.

Als Uni-Botschafterin möchte ich gerne über meine Erfahrung als Erstsemestlerin berichten, schöne Orte in Budapest empfehlen, Menschen vorstellen, die unseren Alltag hier an der Uni leichter machen und über verschiedene Veranstaltungen berichten, die ich besucht habe.

Ich hoffe, ich kann mit diesem Blog den Online-Uni-Alltag ein bisschen bunter machen. Über Vorschläge, Ideen, Geheimtipps und Erzählungen unter info@fatime-pall.de freue ich mich.

Virtuelle Führung für Erstsemester

 

https://www.andrassyuni.eu/nachrichten/uniblog-virtuelle-fuhrung-fur-erstsemester.html

 

Wie lernt man die AUB kennen, wenn man sich 1000 km entfernt von Budapest befindet und zur Zeit von dort aus studiert? Darüber berichtet unsere Uni-Botschafterin Fatime Páll in ihrem Blogbeitrag.

 

Am 23. September gab es endlich die lang erwartete Universitätsführung. Imard Veenstra und Boldizsár Kozák zeigten uns das Universitätsgebäude von innen und von außen mit ihrer Kamera. Meine Kommilitonen begannen die Präsentation natürlich vor dem Gebäude, wo wir erfuhren, dass sich der Festetics-Palast am Pollack-Mihály-Platz neben dem Glasgebäude des ungarischen Fernsehens befindet und dass das Nationalmuseum bequem zu Fuß erreichbar ist. Der Palast wurde zwischen 1862 und 1865 unter der Regie des berühmten ungarischen Architekten Miklós Ybl erbaut.

Nach der Außenpräsentation des Gebäudes betraten wir das Innere. Im Gebäude erwartete uns ein königlicher roter Teppich, der dem Gebäude eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. Das allererste Zimmer im ersten Stock ist der Andrássy-Saal, ein Raum für kleinere Seminare und Veranstaltungen. Ein Gemälde in dem Raum zeigt den Grafen Gyula Andrássy. Er war ein führender Politiker während der österreichisch-ungarischen Monarchie und ist Namensgeber der Universität. Der Raum hat wunderschöne, riesengroße Fenster und prachtvolle Kronleuchter. Auf derselben Ebene konnten wir einen weiteren kleineren Durchgangsraum mit einem riesigen Deckenfenster besuchen (der Marmorsaal), und einen weniger reich verzierten kleineren Raum (Festetics-Saal). Dann gingen wir in den atemberaubenden Spiegelsaal, der wegen der belgischen Spiegel und den wunderschönen Kronleuchter etwas ganz Besonderes ist. Der Saal wird von der Universität für größere Veranstaltungen wie Frühlings- und Abschlussball oder den Empfang wichtiger Persönlichkeiten genutzt. Nach dem Spiegelsaal führte der Weg einen längeren Korridor entlang, wo wir die Büros der Professoren sehen konnten. Wenn wir aus den Fenstern des Korridors schauten, sahen wir den Innenhof der Universität und das Bibliotheksgebäude, das früher ein Pferdestall gewesen ist. Anschließend führte der Weg eine grüne Barocktreppe hinauf zum größten Hörsaal. Die Hörsäle sind allesamt gut ausgestattet und modernisiert. Es gibt einen kleinen Schließfachraum vor dem Seminarraum, wo die Schüler die Möglichkeit haben, ihre Taschen und Mäntel wegzuschließen, damit sie sie nicht den ganzen Tag tragen müssen. Nach den Hörsälen führten die beiden uns wieder ins Erdgeschoss, wo die Bibliothek, das Finanzreferat und ein Gemeindesaal vorgestellt wurden. Der Gemeinschaftsraum ist ein wirklich farbenfroher, faszinierender Ort. Voller bunter Kissen und Stühle, Kicker, Fotokopierer, Kaffee- und Getränkeautomaten und für diejenigen, die gerne Süßes zwischendurch mögen, ein Snackautomat. In diesem Raum finden lockerere Veranstaltungen statt, die von den Studierenden organisiert werden, wie z. B. der Kneipenquiz-Abend. Nach dem Gemeinschaftsraum konnten wir noch den Abstellplatz für Fahrräder und den Computerraum sehen.

Es war eine wirklich schöne und interessante Vorstellung. Wir danken Imard und Boldizsár, dass sie all jenen, die zur Zeit nicht vor Ort sein können, die Möglichkeit gaben, die Räumlichkeiten der Universität zumindest online kennenzulernen.